Phonologische Therapie

Das Ziel phonologisch orientierter Therapieansätze ist, im Gegensatz zur phonetischen Therapie, nicht die Verbesserung artikulatorischer Fähigkeiten, sondern vielmehr die Restrukturierung des kindlichen phonologischen Systems. Dementsprechend bilden die Förderung der auditiven Wahrnehmung sowie der phonologischen Bewusstheit einen Schwerpunkt der Behandlung.

Psycholinguistisch orientierte Phonologie- Therapie, P.O.P.T., nach Frau Professorin Annette Fox-Boyer

Dieser Therapieansatz ist besonders für Kinder mit inkonsequenten und phonologischen Störungen geeignet.

Die Therapie beinhaltet drei Phasen:
In der ersten, einer rein rezeptiven Phase, werden den fehlenden Lauten sowie den Ersatzlauten Lautsymbole zugeordnet. Auf Silbenebene und auf „Unsinnwortebene“ werden Identifikationsübungen durchgeführt. Wenn das Kind die zu erarbeitenden Phoneme auch auf der Ebene „komplexer Unsinnwörter“, d.h. mehrsilbiger Neologismen, sicher identifizieren kann, wird mit Realwörtern gearbeitet.

Parallel zu den rezeptiven Übungen mit Realwörtern beginnt die zweite Phase der Behandlung: ein expressives Training der rezeptiv erarbeiteten Ziel- und Ersatzphoneme. Es sollen damit die fehlerhaft gespeicherten motorischen Programme im mentalen Lexikon verändert werden.

In der dritten Phase werden Übungen durchgeführt, bei denen das Kind ohne auditive Vorgabe des Stimulus durch den Therapeuten selbst entscheiden soll, ob der von ihm verwendete Laut in einem Realwort korrekt war und ob es diesen eventuell korrigieren soll.